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Kultig: Das Bonanzarad

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Wer kennt es nicht oder hat noch nicht davon gehört – das Bonanzarad!

Bonanzarad ist die übliche Bezeichnung für eine spezielle Gattung von Fahrrädern, welche ab den 1960er Jahren in den USA populär wurden und sich ab den 1970er auch in Europa großer Beliebtheit erfreuten. 

Der Name Bonanzarad entwickelte sich aus der Marke Bonanza, welche Fahrräder dieses Typs herstellte, allerdings wurde der Name auch auf Fahrräder ähnlichen Typs übertragen. In den USA verwendete man allerdings die Bezeichnungen „Polorad“ und „High-Riser“.

Das Bonanzarad zeichnet sich besonders durch seinen langen „Bananensattel“ und den langen Hirschgeweih-Lenker aus. Kleine 20“-Räder sind markante Details, welche das Fahrrad auszeichnen. Statt einer gewöhnlichen Fahrradschaltung bestechen Bonanzaräder mit einer 3-Gang-Nabenschaltung welche auf den beiden Oberrohren angebracht ist und einen Schalthebel besitzt welcher der eines Autos ähnelt. Schon immer wurden Bonanzaräder gerne optisch aufgebessert. So wurden gerne markante Details wie Fuchsschwänze, Mercedessterne oder Spiegel, zusätzlich angebracht. Sogar die Speichen wurden durch die Anbringung von Bierdeckeln oder Spielkarten verschönert.

Das erste Modell eines Bonanzarades wurde 1963 in Amerika von der Firma Schwinn hergestellt und vertrieben.
Der Trend dazu entstand durch die Automobil- und Motorradtuningkultur der späten 1950er und 1960er Jahre. Das erste Modell war das „Stingray“, welches alleine im ersten Jahr 40.000 mal verkauft wurde. Ein Jahr später erschien eine Version für Mädchen, mit dem Namen „Fair Lady“.

Besonders typisch für die Fahrräder von Schwinn waren die geschwungenen Rahmen und der Unterschied im Durchmesser zwischen dem kleinem Vorderrad und dem größeren Hinterrad. 1968 erschien das „Krate“ welches die, bis heute bekannte, Gangschaltung besaß, welche der eines Autos ähnelte. Ab 1974 wurde das „Krate“ allerdings wegen seines Schalthebels von der Consumer Safety Commission verboten.

Die englische Firma Raleigh griff 1966 den Trend auf und kopierte den Stingray und vertrieb auf dem US-amerikanischen Markt das „Rodeo“ und zwei Jahre später den „Chopper“, allerdings blieb der große Erfolg aus.
Erst als Raleigh den „Chopper“ 1970 in England einführte, fand er dort reißenden Absatz. Dem „Chopper“ folgte eine Version für kleinere Kinder, das „Tomahawk“. Die Produktion wurde bis 1980 fortgeführt, als der BMX-Trend einsetzte. In England setzte sich der Begriff „Chopper“ synonym zum deutschen „Bonanzarad“ durch.

In Deutschland wurde 1968 eine eigene Kopie des „Stingrays“, von Kynast, gefertigt, welche von Neckermann unter der Eigenmarke „Bonanza“ vertrieben wurde. Viele Hersteller ahmten dies nach und stellten eigene Varianten her.
Kennzeichnend für die deutschen Modelle waren die Vordergabeln, welche durch ihre falschen Schraubenfedern und die doppelte Aufnahme für die getrennten Lenkergestänge, herausstachen.

Bis heute gibt es viele Bonanzaclubs und –Vereine, welche sich ganz dem Kult des Bonanza-Rades verschrieben haben und das Gefühl von damals wieder aufleben lassen möchten.