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Das läuft ja wie geschmiert! Oder?

Bild von admin

 

Der Kettenschmiermittel-Test vom TOUR-Magazin
 
Dass man eine Fahrradkette regelmäßig schmieren sollte, ist unbestritten. Doch mit welchem Wundermittelchen sollte man seiner Kette Gutes tun? Das ist die entscheidende Frage.
 
Angesichts der riesigen Auswahl verliert man schnell den Überblick. Hersteller werben sowohl mit Altbewährtem als auch mit neusten Entwicklungen. Wer dabei tatsächlich halten kann, was er verspricht, hat TOUR bei über 50 Mitteln unter die Lupe genommen.
 
Eine interessante Erkenntnis dabei war, dass sich die zum Teil gravierenden Unterschiede nicht bereits bei den grundlegend verschiedenen Stoffen (z.B. Öl, Fett, Wachs), sondern erst innerhalb dieser Gruppen, in Bezug auf unterschiedliche Fabrikanten, abzeichneten.
 
Das bedeutendste Kriterium, das über Qualität Auskunft gibt, ist, wie könnte es anders sein, die Schmierfähigkeit. Sie hält den Verschleiß der aneinander reibenden Teile möglichst gering. Je besser ein Schmierstoff die betroffenen Teile auseinander hält, desto höher ist seine Belastbarkeit anzusetzen. Gute Qualität liefert folglich eine geringe Verschleißfläche. Dies testeten die Experten im Labor mithilfe eines Prüfzylinders.
 
Bei einer neuen Kette sind die Kontaktflächen noch sehr gering, sodass auf diese eine äußerst hohe Flächenpressung wirkt, wodurch sie schneller verschleißt. Hat man dagegen eine Rennradkette bereits eingefahren, sind die Kontaktflächen größer und der Druck kann sich entsprechend verteilen.
 
Trotz neuster Entwicklungen muss man sich mit dem Gedanken abfinden, dass (bisher) selbst das Beste vom Besten keine Rennradkette vor dem Verschleiß bewahren kann. Sieger mit deutlichem Abstand waren in dieser Kategorie das „Kettenspray“ von Tip Top und das Produkt „Lube Extreme“ vom Hersteller Holmenkol. Deren positive Eigenschaft einer hohen Standfestigkeit verdanken sie dem Inhaltstoff des allerdings giftigen Chlors.
 
Generell ist die Verwendung von Chlor  nicht verboten, aber ein solches Produkt muss nach Leerung in den Sondermüll, worüber das Etikett nicht unbedingt Aufschluss gibt. Weitaus umweltschonender sind biologisch abbaubare Öle, wie  zum Beispiel „Oil Of Rohloff“.
 
Ein weiteres zentrales Qualitätskriterium stellt die so genannte Kriechfähigkeit dar. Sie sorgt dafür, dass das Mittel auch bis zu den nicht direkt erreichbaren Stellen vordringt, an denen es wirken soll. In den meisten Fällen kommt diese Eigenschaft eher dünnflüssigen Mitteln zu. Der Nachteil hierbei ist jedoch ein nicht geringer Anteil an Lösungsmitteln.
 
Weiteres Beurteilungskriterium des Tests war die Schmutzhaftung. Die Sieger in dieser Kategorie hinterließen nur einen trockenen Film auf der Kette, der Schmutz nahezu mühelos abweist. Bei solchen Produkten muss jedoch öfter nachgeschmiert werden, weil nichts nachfließen kann. Mitunter muss der Film für jede Fahrt erneuert werden, wie beispielsweise ein Hersteller anweist.
 
Eine nicht unwesentliche Rolle spielt in der Praxis ebenso die Art der Verpackung, auf die man vor dem Kauf achten sollte. Lösungsmittelhaltige, also verdünnte Mittel, laufen nicht selten unkontrolliert heraus, wohingegen zähflüssigere Stoffe leichter zu dosieren sind. Für Spraydosen lassen die Dosierungslösungen oft sehr zu wünschen übrig.
 
Neben den speziellen Mitteln, wurden zudem gängige Hausmittel aus der Heimwerkstatt wie Kettensägenöl und Motorenöl geprüft. Immerhin schnitten sie besser als die schlechtesten getesteten Spezialprodukte ab, aber empfohlen werden können sie trotzdem nicht.  
 
Testsieger in der Gesamtwertung mit der Endnote 1,3 wurden zwei Mittel von „Dynamic“ und ein Kettenöl von „Finish Line“.
 
Der Test in allen Einzelheiten (Testmethoden, alle Mittel etc.) - auf der Homepage vom TOUR-Magazin.